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IWAMBI / Bread for the Orphans

Im Iwambi-Projekt „Bread for the Orphans“ werden zur Zeit 67 Waisenkinder betreut. Für alle Kinder wurden Pateneltern in Deutschland und Kanada gefunden. Das 1997 vom Kirchenkreis Südtondern in Iwambi bei Mbeya gegründete Waisenheim wird seit 2006 unentgeltlich von der Kanadierin Deborah McCracken geleitet, die auch in den nächsten Jahren noch als qualifizierte freiwillige Fachkraft zur Verfügung stehen wird. Sie ist Gründerin und Vorstand der kanadischen NGO „Olive Branch“. Die finanziellen Mittel der Olive Branch stammen ausschließlich aus diversen Privatvermögen sowie von Sponsoren aus Industrie und Gewerbe in Kanada.

Das vom Kirchenkreis Südtondern gegründete und geförderte Waisenprojekt „Bread for the Orphans“ hat damit einen starken Partner gefunden, der sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern sich als unser Juniorpartner versteht. Frau McCrackens Einsatz in Iwambi ist ohne zeitliche Befristung geplant. Damit steht dem Kirchenkreis Südtondern und der Konde-Diözese langfristig nicht nur eine hochqualifizierte und engagierte Projektleiterin zur Verfügung, sondern auch eine finanziell unabhängige Kraft.
Seit der Übernahme der Heimleitung durch Frau McCracken hat es für Lebenssituation der betreuten Kinder und Jugendlichen einige Verbesserungen gegeben: Die Einfriedung des an einer Hauptstraße gelegenen Waisenheimes durch eine Mauer ist abgeschlossen. Die neue Küche und die großzügige Dining Hall stehen unmittelbar vor der Fertigstellung (12/2007). Getrennte Schlafhäuser für Jungen und Mädchen befinden sich in einem für die örtlichen Verhältnisse und Möglichkeiten angemessenem Zustand. Eine Bibliothek, eine Nähwerkstatt und eine mit eigenen Produkten bestückten Boutique wurden neu geschaffen. Deutliche Verbesserungen spiegeln sich in den Außenanlagen, zum Beispiel durch kleinere Grünflächen, Anpflanzung von Obst- und Zierbäumen sowie ein Gemüsegarten.

Ziel ist es, die Kinder im Iwambi-Projekt solange zu betreuen und zu fördern, bis sie – bei entsprechender Qualifikation – beruflich auf eigenen Füßen stehen können. Hier sind erste deutliche Erfolge zu erkennen. Von den im Waisenheim bisher betreuten Kindern hat ein Junge inzwischen seine Ausbildung zum Berufskraftfahrer erfolgreich abgeschlossen, ein Mädchen wurde zur Lehrerin ausgebildet. Zwei Waisen befinden sich im Studium an der Universität Dar Es Salaam. Zahlreiche Schüler/innen werden in den nächsten Jahren ihren Abschluss an einer Secondary School (Mittlere Reife) machen oder den High School Abschluss als Voraussetzung zum Studium absolvieren. Vergabe von Stipendien (ggfs. auch als rückzahlbare Studienkredite) werden im Rahmen der künftigen Partnerschaftsentwicklung notwendig werden. Mehrere ältere Mädchen mit geringeren Perspektiven wurden/werden in der Werkstatt des Waisenheims zu Näherinnen ausgebildet.
Bisher haben alle in Iwambi betreuten Waisenkinder Pateneltern in Deutschland und Kanada gefunden. Die deutlich gestiegenen Haushaltskosten verlangen jedoch inzwischen einen höheren Beitrag der Pateneltern als bisher. Der Beitrag der Pateneltern sollte, soweit noch nicht geschehen, auf freiwilliger Basis auf 30 Euro p.M. angehoben werden. Neue Patenschaften werden nur noch zu diesem Beitrag abgeschlossen. Pateneltern, deren Kind einen weiterführende Schule besucht, werden um 35 Euro gebeten (freiwillige Leistung).

Unbedingt erforderlich ist es, dass das Schulgeld weiter vom Kirchenkreis Südtondern bezahlt wird. Frau McCracken stellt sicher, dass nur „preiswerte“ weiterbildende Schulen besucht werden, die aber ein den Erfordernissen erfolgversprechendes Wissen vermitteln. Darüber hinaus sollten Kinder des Iwambi-Projekts nicht mehr an solche Secondary Schools geschickt werden, die bei landesweit gleichen Examen regelmäßig überdurchschnittlich viele Ausfälle haben.

Darüber hinaus ist es für die Bildung der Kinder von Nachteil, dass landesweit die Ausstattung der Schulen mit Schulbüchern unzureichend ist. Die den Schülern von den Schulen zur Verfügung gestellten Bücher sind von der Anzahl her zu gering (mehrere Schüler teilen sich häufig ein Buch) und vom langjährigen gemeinsamen Gebrauch derart verschlissen, dass das Nacharbeiten des Unterrichtsstoffes und die Vorbereitung der Schüler auf den Stoff des nächsten Tages in vielen Fällen nur unzureichend möglich ist. Um die Schüler und Schülerinnen mit Schulbüchern ausreichend ausstatten zu können, benötigt die Heimleitung für jeden Schüler der Primary School einmal jährlich 30.000 TZ Schillinge (ca. 20 Euro), für Schüler weiterführender Schulen jeweils 80.000 TZ Schillinge (ca. 50 Euro). Nach Aufbau einer aktuellen Lernmittelbibliothek (ca. 5 Jahre) können diese Beträge auf einen deutlich geringeren Ersatzbedarf reduziert werden.

Die bis heute erreichte Gesamtzahl der in Iwambi betreuten Kinder (67) soll nicht erhöht werden, da die Infrastruktur und personellen Ressourcen absolut ausgereizt sind. Außerdem würden durch höhere Abnutzung deutlich höhere Unterhaltungskosten für das Heim entstehen. Die Heimleitung stellt in enger Zusammenarbeit mit der Konde-Diözese sicher, dass nach Abschluss der Berufsausbildung frei werdende Plätze umgehend wieder mit Waisenkindern besetzt werden.

Geprüft wird, unter welchen Voraussetzungen so genannte „Volunteers“ aus Deutschland die Heimleitung in der Betreuung und Bewirtschaftung des Heimes unterstützen können. Sie sollten projektbezogen ausgebildet und für ein bis zwei Monate entsandt werden. Sie sollten über eine abgeschlossene Berufausbildung als Erzieher / Soziapädagoge verfügen oder in einem Handwerk ausgebildet sein. Sinnvoll wäre es auch, eine Montessori Kindergärtnerin für etwa vier Wochen zu entsenden, um ein Montessori-Training für örtliche Kindergärten durchzuführen.

Geprüft wird ebenfalls, unter welchen Voraussetzungen in Iwambi ein „Freiwilliges soziales Jahr“ geleistet werden könnte. Dies kann aber nur für Erzieherinnen / Sozialpädagogen in Frage kommen, die über gute englische Sprachkenntnisse und Kisuaheli-Grundkenntnisse verfügen. Sie müssten in der Lage sein, die derzeitige Heimleitung zeitweilig selbständig zu vertreten. Wünschenswert wäre es, eine solche Position regelmäßig aus Südtondern zu besetzten, um die Identifizierung Südtonderns mit diesem Projekt deutlich zu machen.

Die Heimleitung erstellt vierteljährlich eine „Newsletter Iwambi“. Alle Pateneltern erhalten die E-Mail Adresse von Frau McCracken. Auf diesem Weg könnten die Pateneltern regelmäßig in direkten Kontakt zu ihren Kindern treten, sofern dies nicht schon auf privater Ebenen sichergestellt ist.